KLIMA & UMWELT –

Wir machen Klagenfurt grüner!

 

Seit 1980 hat sich die jährliche Durchschnittstemperatur in Klagenfurt um 2 °C erhöht (global nur ca. + 1°C). Bis 2050 sind mit weiteren + 2°C zu rechnen und bis zum Jahr 2100 könnten nochmals + 2°C hinzukommen.

Klagenfurt ist eine wunderschöne, grüne Stadt, die von weichen Hügeln umrahmt wird. Unsere Stadt bietet viele wundervolle Wanderwege und gemütliche Spazierrouten – den Möglichkeiten, sich in der Natur sportlich zu betätigen, sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Doch wir laufen Gefahr, diese wundervollen Rahmenbedingungen leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Denn von der Umwelt, in der wir leben, hängt auch unsere Lebensqualität und die unserer Kinder und Enkel ab. Wir möchten ihnen gerne eine Welt hinterlassen, in der sie auch in Zukunft

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genauso gut leben können. Dieses Ziel ist mittlerweile leider in weite Ferne gerückt: Unser unbekümmerter Umgang mit den Ressourcen Erdöl, Wasser und Luft hat uns in eine Notlage gebracht. Der drohende Klimakollaps, die zur Neige gehenden Erdölreserven und nicht zuletzt der absehbare Wassermangel macht deutlich: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Diese dramatische Situation erfordert zwangsläufig eine Veränderung unseres Verhaltens.

Weniger ist mehr – die 2000-Watt-Gesellschaft

Energiesparen birgt noch immer ein großes Potenzial, um den Verbrauch in unserer Stadt zu senken – etwa indem man Geräte immer ganz abstellt und nicht im Stand-by-Betrieb lässt. Wir wollen Klagenfurt zum Teil der 2000-Watt-Gesellschaft machen. Dieses visionäre Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch eines Menschen in der westlichen Welt um ein Drittel zu reduzieren. Der Schaden der Energieverschwendung, für jeden und jede einzelne sowie für Unternehmen, ist offensichtlich: Energie verschwenden heißt auch Geld verschwenden, und was energetisch ineffizient ist, ist es auch ökonomisch. Oft fehlt es am nötigen Wissen und Bewusstsein darüber, wo Energie verloren geht. Um das zu verbessern, soll die Stadt und ihre Energiebetriebe Beratungen für Unternehmen und Einzelpersonen anbieten.

Regional kaufen

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig die heimische Produktion von Lebensmitteln für die Versorgungs- und Ernährungssicherheit ist. Mit dem Kauf von regionalen Produkten fördern wir die Vielfalt der Natur und unterstützen unsere heimischen Betriebe. Regional einzukaufen bedeutet auch, Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und unsere Zukunft zu sichern. Regional Einkaufen spart CO2 und hilft, den ökologischen Fußabdruck klein zu halten. Zur Erleichterung des regionalen Einkaufs soll eine Broschüre erstellt werden, die jedem Klagenfurter Haushalt kostenlos zur Verfügung gestellt wird und eine Auflistung regionaler Erzeuger/innen sowie Naturkost- und Bio-Läden, die überwiegend Regionales im Sortiment haben, enthalten soll – inklusive Adressen und Öffnungszeiten auf einen Blick. Zudem forcieren wir eine stärkere Verwendung bzw. die gänzliche Umstellung auf regionale Lebensmittel in Küchen von Betrieben, Schulen und Heimen.

 

Weniger Müll, mehr verwerten

Unsere Lebensgrundlage basiert auf einer vielfältigen und intakten Natur. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Eingriffe in die Umwelt so gering wie möglich bleiben, Rohstoffe schonend gewonnen, effizient verwendet und im Kreislauf genutzt werden. Unsere Devise ist ein geringerer Rohstoffverbrauch sowie die effiziente Wiederverwendung von Ressourcen. Wir wollen im Dialog die Bevölkerung, Industrie und Landwirtschaft für das Thema Müllvermeidung sensibilisieren. Wir wollen jede Alternative zu Plastik auf ihre Nutzbarkeit hin evaluieren und, falls möglich, anwenden. Wir setzen uns für eine deutliche Verbesserung des Abfallmanagements bei Großveranstaltungen ein. Auch das Recycling in Betrieben ist noch nicht überall optimiert. Viel Potenzial, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen, wartet noch darauf, genutzt zu werden. Hier braucht es vor allem Aufklärungsarbeit und die richtigen Anreize.

Plastikfreie Gemeinde

Die Produktion von Plastik boomt. Auch wenn sich Gesellschaft und Politik europaweit verstärkt dem Thema Plastikvermeidung und Recycling widmen, sieht die Lage international anders aus. In den vergangenen Jahren sind die Produktionszahlen stetig gestiegen. Waren es 2016 global 335 Millionen Tonnen neu produzierter Kunststoff, stieg die Zahl 2017 auf rund 348 Millionen Tonnen. Laut EU-Kommission werden in Österreich pro Jahr und Kopf 51 Plastiksackerl verbraucht. Die wahre Zahl dürfte jedoch wesentlich höher und bei mehr als 100 Stück liegen, also ca. eine Milliarde Plastiksackerl jährlich in ganz Österreich. Das Problem dabei: Plastik zersetzt sich oft erst nach hunderten von Jahren, man findet es in der Natur und den Meeren und über die Nahrungskette gelangt es schließlich auch in unseren Körper. Es ist höchste Zeit zu handeln!

Daher fordern wir, dass Klagenfurt eine Vorreiterrolle bei der Plastikvermeidung einnehmen soll. Unser Ziel ist es, eine Einweg-plastikfreie Stadt zu werden und folgende Maßnahmen umzusetzen:

 

  • Ein Leitfaden für Feste ohne Einweg-Plastik soll erstellt und Veranstaltern, z. B. Vereinen, zur Verfügung gestellt werden.

  • Unternehmen in Klagenfurt sollen motiviert werden, sich an der Aktion zu beteiligen.

  • Verpackungsfreie Initiativen sollen unterstützt und ausgebaut werden.

  • Insbesondere sollen auch Kampagnen gegen Plastik in allen Kindergärten, Schulen und öffentlichen Einrichtungen gestartet werden.

 

Begrünungsoffensive

Die Begrünung von Dächern und Fassade hat den Effekt, dass Gebäude abgekühlt werden und Lärm geschluckt wird. Dadurch werden unbenutzte, tote Flächen sinnvoll belebt, die Luftqualität erhöhat, Klima und Tieren geholfen – und, nicht zuletzt, die Stadt verschönet. Klagenfurt soll neue Maßstäbe in grüner Architektur setzen.  Auf „steinernen Plätzen“, breiten Fußwegen und in der Fußgängerzone ist zu prüfen, ob durch mobile Pflanzsysteme zusätzliches Grün aufgestellt werden kann, ohne in den Untergrund eingreifen zu müssen.

Kühlung der Stadt

Die Innenstädte werden aufgrund des Klimawandels immer heißer. Wir fordern daher, der Hitze in der Innenstadt mithilfe von Nebelduschen entgegenzuwirken, die feine, kühlende Wassernebel auf PassantInnen abgeben.

Was können Sie als BürgerInnen tun?

  • Regional kaufen statt global shoppen! Mit Ihrem Kaufverhalten entscheiden Sie über die Entwicklung Ihres Lebensraumes.

  • Schmeißen Sie keine Lebensmittel weg! Kaufen Sie vorausschauend ein und achten Sie auf gute Lagerung. Viele Lebensmittel sind außerdem noch lange nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar.

  • Mehrweg statt Einweg! Verwenden Sie z.B. eine wiederverwendbare Trinkflasche statt abgepackter Getränke und Mehrwegtragetasche statt Einwegsackerl. Das spart Verpackungsmüll und Ressourcen.